Verbesserung des Nahrungsangebots -5-
Ein- und zweijährige
Blumen und Nutzpflanzen
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) und Großblütige Strahldolde (Orlaya grandiflora). Die hübsche Strahldolde ist eigentlich ein inzwischen extrem seltenes Element der Getreidebegleitflora auf Kalkscherbenäckern, kann aber auch im Garten auf Kalkboden als zweijährige Pflanze kultiviert werden. Als zweijähriger Warmkeimer benötigt sie bereits eine Aussaat oder Bodenbearbeitung im August.
Im Ziergarten sollte unter den Sommerblumen neben
der Kornblume (Centaurea cyanus) auch die Garten-Resede (Reseda
odorata) nicht fehlen. Sie bietet der Reseden-Maskenbiene (Hylaeus signatus)
Nahrung, die ausschließlich Reseda-Arten besucht. Sehr attraktiv sind auch zwei andere Reseda-Arten, die Weiße Reseda (Reseda alba) und die Färber-Resede (Reseda luteola), die sich auch im Container auf der Terrasse kultivieren lassen. Unter den zweijährigen
Frühlings- oder Sommerblumen sind das Silberblatt (Lunaria
annua) und die Nachtviole (Hesperis matronalis), aber auch Fingerhut-Arten
wie der Rote
Fingerhut (Digitalis purpurea) zu empfehlen. Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) wird dort, wo sie vorkommt, wie magisch von dem zweijährigen Muskateller-Salbei (Salvia sclarea) angezogen.
Garten-Resede (Reseda odorata) und Nachtviole (Hesperis matronalis).

Linkes Bild: Wer Reseden pflanzt, wird mit Sicherheit die Reseden-Maskenbiene (Hylaeus signatus), hier ein Männchen, an ihren Blüten antreffen. Rechtes Bild: In jüngster Zeit wird vermehrt der Wegerichblättrige Natterkopf (Echium plantagineum) kultiviert. Er zählt in einem Wildbienen-Garten zu den besonders empfehlenswerten einjährigen Blumen.
Auch ein kleines Winterraps-Feld erweist sich im Garten als vielbesuchter Blütenhorizont. Winterraps (Brassica napus) sollte von Mitte August bis Anfang September auf nährstoffreichem Boden gesät werden. Man kann aber auch mehrere Einzelpflanzen im März in einen mit Erde gefüllten Mörtelkübel pflanzen. Der Raps kommt im April / Mai zur Blüte. Sich einstellende Rapsglanzkäfer, die sich bisweilen in größerer Zahl über die Blütenknospen hermachen, kann man abklopfen, dabei in einem größeren Gefäß auffangen und dann in heißem Wasser und damit ohne Anwendung von Gift vernichten. Ähnliches gilt für den später blühenden Gelb-Senf (Sinapis alba), der oft auch als Gründüngung dient. Er ist aber nicht winterhart, sondern sollte im April ausgesät werden, damit er im Frühsommer zur Blüte kommt.

Eine Möglichkeit, den Wildbienenarten, die Kreuzblütler besonders lieben oder sogar daran gebunden sind, eine Pollenquelle zu schaffen: Einige junge Winterraps-Rosetten in zwei Speiskübel (Mörtelkübel) pflanzen. Wenn sie im April und Mai blühen, werden sich außer der nicht häufigen Sandbienen-Art Andrena lagopus (oben) verschiedenste andere Wildbienenarten als Blütenbesucher einstellen.


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